Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik

BMika – Bewertung von Mittelspannungskabelnetzen

Projektbeschreibung

Durch die Anreizregulierung sind insbesondere die Verteilungsnetzbetreiber dazu angehalten, ihre Netze effizient zu betreiben und dabei gleichzeitig die heutige Versorgungsqualität zu wahren, um die vorgegebenen Erlöspfade einhalten zu können. Die Bedeutung von Mittelspannungs(MS)-kabelanlagen ist dabei besonders hervorzuheben, da die Versorgungszuverlässigkeit maßgeblich durch das Störungsgeschehen innerhalb dieser Spannungsebene beeinflusst wird und ein Großteil der dortigen Störungsereignisse auf ausgefallene MS-Kabelanlagen zurückzuführen ist. Der Zustand von MS-Kabelanlagen hat daher einen massiven Einfluss auf die Versorgungsqualität.

Im Forschungsvorhaben „Alterungsverhalten von Mittelspannungskabeln“ (AMika) wurde diesbezüglich das Alterungsverhalten von MS-Kabeln aus den Zustandsdaten, die aus den Messergebnissen von zahlreichen Netzbetreibern und eigenen Vor-Ort-Kabelmessungen sowie Laboruntersuchungen im Hochspannungslabor der Bergischen Universität Wuppertal abgeleitet wurden, ermittelt. Dafür wurde eine Bewertungssystematik entwickelt, die verschiedene Hinweise aus der Teilentladungs- und der Verlustfaktormessung zu einem Zustandsindex kombiniert.

Die Ziele des BMika Projektes bestehen zum einen aus der Gewinnung weiterer und gefestigter Erkenntnisse über das Alterungsverhalten von MS-Kabeln und –Garnituren und zum anderen aus der Übertragung der AMika Ergebnisse auf die Zustandsbewertung nicht gemessene Kabelanlagen anhand von archetypischen Alterungsverläufen.

Unter dem Archetypen-Ansatz wird verstanden, dass verschiedene Typen von Kabelkomponenten sehr häufig im Netz verlegt wurden und deshalb eine archetypische Alterungskurve als „Urbild“ bzw. als Basis für Bewertungen dienen kann. Den Archetypen werden entsprechende ermittelte Alterungsverläufe aus AMika hinterlegt. Durch diese ermittelten Archetypen wird es ermöglicht auch nicht gemessene Kabelstrecken und -netze zu bewerten. Das bedeutet, dass die Alterungskurven je nach Kabel- und Garniturentyp nahezu vollständig auf alle Kabelstrecken der jeweiligen Verteilnetzbetreiber induziert und somit Kabelnetze ohne (viele) weitere Messungen bewertet werden können.

Des Weiteren sollen neue oder gefestigte Erkenntnisse durch den gezielten Einsatz von diagnostischer Messtechnik im Rahmen von Vor-Ort-Kabelmessungen gewonnen werden. Insbesondere stehen hier Wiederholungsmessungen an Kabelstrecken, die entweder von den Projektpartnern oder der BUW in der Vergangenheit gemessen wurden, im Fokus. Prognostizierte Alterungsverläufe aus AMika sollen in diesem Zusammen überprüft und verifiziert werden.

Die Ergebnisse dieser Analysen dienen dem Asset-Management als Basis für optimierte Asset-Strategien um eine fundierte und valide Entscheidungsgrundlage für optimale Erneuerungs- und die Instandhaltungsstrategien für – auch nicht gemessene – MS-Kabelanlagen zu erhalten. Zusätzlich können auf Basis dieser Informationen zum Alterungsverhalten an spezifischen (kritischen) MS-Kabeltypen gezielt zusätzliche Mess- und Diagnoseverfahren eingesetzt werden.

Projektpartner
  • bnNetze GmbH
  • E-Netz Südhessen AG
  • ED Netze GmbH
  • enercity Netz GmbH
  • Energienetze Offenbach GmbH
  • EWR GmbH
  • MVV Netze GmbH
  • Netz Leipzig GmbH
  • Netze BW GmbH
  • Netze Duisburg GmbH
  • Netze Magdeburg GmbH
  • Netzgesellschaft Düsseldorf mbH
  • NGN mbH
  • NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH
  • Rheinische NETZGesellschaft mbH
  • Salzburg Netz GmbH
  • Stadtnetze Münster GmbH
  • Stadtwerke Bochum Netz GmbH
  • Stadtwerke Heidelberg Netze GmbH
  • Stadtwerke Herne AG
  • Stadtwerke Iserlohn GmbH
  • Stadtwerke Jena Netze GmbH
  • Stadtwerke Ratingen GmbH
  • Stadtwerke Velbert GmbH
  • Stromnetz Berlin GmbH
  • Stuttgart Netze GmbH
  • SWKiel Netz GmbH
  • SWM Infrastruktur GmbH & Co. KG
  • SWO Netz GmbH
  • Tiroler Netze GmbH
  • Westfalen Weser Netz GmbH
Weiterführende Informationen

Projektpräsentation

Weitere Infos über #UniWuppertal: